Ludwig Pfau (1821-1894) · Briefedition


Datum: 22. 2. 1887
Adressat: Anna Spier


Stuttgart den 22. Febr. 87

Liebe Anna!

Du bist also noch in Frankenthal und konntest den Schmerzensort nicht so schnell verlassen. Es ist auch besser, den Kelch bis auf den Grund zu leeren; aber dann muß man ihn mit einem neuen Tranke füllen. ( ... )

Auch mir ist es heute zu Mut wie Einem, der von einem Begräbniß zurückkommt und das Haus leer findet. Wir haben in unsern Wahlkämpfen eine Schlacht verloren; und nach all den aufregenden Sorgen am Krankenbette der Freiheit, mußten wir sie in den Händen der Totengräber lassen . Aber glücklicher Weise ist das eine Tote, die wieder aufersteht.

( . . . )

Erwidere in meinem Namen die freundl. Grüße der Deinigen und nimm meine besten Wünsche
     Dein
         L. P.


Quelle: Deutsches Literaturarchiv Marbach a. N.
Best.: A: Pfau - o.Nr. -
Transkription: © 1983 Dr. Reinald Ullmann


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