Ludwig Pfau (1821-1894) · Briefedition


Datum: 12. 4. 1887
Adressat: Anna Spier


Stuttgart 12/4 87

Liebe Anna!

Du scheinst mir schon einmal vom Schicksal dazu ausersehen, Kranke zu pflegen, Tote zu begraben und Hinterlassene zu trösten; und seinem Schicksal kann bekanntlich niemand entgehen. So kamst Du also nach Brüssel früher als Du glaubtest, aber leider unter weniger angenehmen Umständen. ( ... )

Wegen der Korrespondenz in der 'Frkf. Zeitung' brauchst Du keine Nachforschungen zu unternehmen, es ist nur eine unbedeutende Auslassung in Betreff des Rathausbaus.

Wir sind mit dieser Sache gegenwärtig ziemlich beschäftigt, und ich muß wieder ein Flugblatt schreiben, das vor der anfangs der zweiten Woche nach Ostern geplanten öffentlichen Versammlung zur Vertheilung kommen soll. Wir haben auch ein größeres Komitee aus angesehenen bei der Frage nicht persönlich betheiligten Bürgern gebildet, mit Oberbauräthen und Architekturprofessoren flankirt, welche in der Versammlung als Sachverständige sprechen werden. Wir werden einen Hexenbrei anrühren, der dem Minister und dem Bürgermeister schwer im Magen liegen soll und den sie hoffentlich nicht verdauen werden.

( ... )

Herzliche Grüße von Deinem
                                       L. P…


Quelle: Deutsches Literaturarchiv Marbach a. N.
Best.: A: Pfau - o.Nr. -
Transkription: © 1983 Dr. Reinald Ullmann


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