Ludwig Pfau (1821-1894) · Briefedition


Datum: 6. 3. 1880
Adressat: Paul Lindau


Paris, den 6. März 1880
30 Rue de l'Entrepôt

Lieber Herr Lindau!

Es ist freilich schon lange her, daß wir in Paris ein paar Teller voll "vache enragée" mit einander gegessen haben; aber so viel ist mir denn doch, auch ohne Erneuerung der persönlichen Bekanntschaft, aus Ihren Schriften bekannt, daß Sie nicht nöthig haben, bei Anderen in die Kost zu gehen. Schicken Sie mir doch den betreffenden Aufsatz, damit ich mich auch an dem Zusammentreffen erlustige.

Von Freund Landsberg erfahre ich, daß Ihr letztes Stück einen glänzenden Erfolg hatte. Meinen herzlichen Glückwunsch! Könnte mans nicht zu lesen bekommen?

Die Fahnen habe ich umgehend zurückgeschickt und sie werden in Ihren Händen sein. Aus denselben ersah ich, daß ich mich bei "Nord und Süd" ungefähr ebenso stelle, wie bei der "Frkf.Ztg.", wo mir eine derartige Arbeit 1.200 Frs. eingetragen hätte. Dies ist mir sehr lieb, weil es mich in den Stand setzt, meine publizistischen Penaten, unter Umständen, von Frankfurt nach Berlin zu verpflanzen. Haben Sie daher die Güte, mir umgehend mit ein paar Worten zu schreiben, ob Ihnen eventuell ein Bericht über den diesjährigen Salon genehm
wäre, und ob Sie in Ihrer Zeitschrift einen Raum von 15-18 Bogen per Jahrfür mich haben. Ich werde zwar die letztere Zahl schwelich erreichen, aber ich muß einen ungefähren Maßstab haben, um meine anderweitigen Beziehungen dernach einrichten zu können; denn ich halte mich am liebsten an ein Hauptquartier, das mich des Verkehrs mit einer Mehrheit von Redaktionen überhebt.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr L. Pfau


Deutsches Literaturarchiv Marbach
Sign.: A: Lindau
Nr.: 59.753a
Transkription: © 1983 Dr. Reinald Ullmann


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