Ludwig Pfau (1821-1894) · Briefedition


Datum: 29. 1. 1880
Adressat: Georg Ehni


Paris, den 29. Januar 1880
30 Rue de l'Entrepôt

Lieber Ehni!

Ihr freundliches Schreiben habe ich zwar vor vierzehn Tagen erhalten, aber von dem 'Beobachter', den Sie mir ankündigten, noch keine Spur gesehen. Daß Haußmann auch noch nichts hat von sich hören lassen, ist selbstverständlich. Aber lieb wäre mirs doch, wenn ich den 'Beobachter' erhalten würde, um über die Württembergischen Angelegenheiten etwas auf dem Laufenden zu bleiben. Falls in Betreff der Kunstschul-Organisation eine neue Polemik losgeht, und mein Beistand wünschenswerth werden sollte, bin ich natürlich gerne bereit, meine gute Klinge vom ((Toledo)) wieder zu ziehen. Es wird doch wohl nöthig sein, die Augen offen zu halten, damit sie nicht wieder irgend ein Flickwerk ins Leben setzen; denn zu halben Maßregeln sind sie immer aufgelegt.

Wie stehts mit dem Druck der Broschüre? Ich hatte gehofft, sie könnte noch vor dem Austrag der Stuttgarter Kunstfrage erscheinen und in den Händen der Abgeordneten und anderer bei der Sache betheiligter ein kleines Arsenal für den Kampf abgeben, denn einzelne Artikel in den Blättern zerstreuen sich und gehen verloren. Wenn Sie die Sache in Zug bringen könnten,wäre es gut, um so mehr, als mir, unter uns gesagt, ein kleiner finanzieller ( ... ) im Augenblick von Werth wäre, weil ich mit der 'Frkf. Ztg.' etwas auf gespanntem Fuß stehe und die Gelder von den anderen Zeitschriften, für die ich inzwischen arbeitete, noch nicht eingegangen sind.

Geben Sie doch der Expedition des 'Beobachters' wieder einen Puff. Sie könnte mir wohl die Exemplare von diesem Jahre in einem Pakete schicken; und auch die folgenden in kleinen Paketen, wie sichs gerade mit dem ((Postlauf)) am besten macht.

Herzliche grüße an Sie und alle Freunde von Ihrem
L. Pfau

 


Deutsches Literaturarchiv Marbach
Sign.: A: Pfau
Nr.: 33.377
Transkription: © 1983 Dr. Reinald Ullmann


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