Ludwig Pfau (1821-1894) · Briefedition


Datum: 6. 1. 1889
Adressat: B. Schlesinger


Stuttgart, 6. Jan. 1889

Lieber Herr Schlesinger!

Der größere Posten von Hallberger für die kunstgewerbliche Ästhetik, bei dessen Eingang ich Ihnen die Heimzahlung versprach, ist noch nicht eingegangen, weil einerseits durch meinen
Münchener Aufenthalt und die Herausgabe meiner Gedichte, andererseits durch den Umstand, daß Hallberger die Bände nicht zu schnell aufeinander folgen lassen wollte, die  Beendigung jener Arbeit sich verzögerte. Beide jüngst erschienen (((en))) Bände sind ja schon seit nahezu einem Jahr gedruckt, und seit viel länger von mir abgeliefert.

Von Bonz habe ich allerdings das mäßige Honorar längst erhalten, aber davon war schon ein Theil in München verzehrt, da ich ((durch?)) die Abreise Paul Lindaus während dem Abschluß der Verhandlungen mit dem Verleger von Nord und Süd Schwierigkeiten hatte und für den letzten Bogen das Honorar von 250 Mark bis heute noch nicht erhielt.

Sobald mir das Honorar für Band III von Hallberger eingeht, erhalten Sie Ihr Guthaben, darauf gebe ich Ihnen mein Wort, und darauf können Sie sich verlassen. Falls mir vorher, in Folge
meiner Unterhandlungen wegen eines illustrirten 'Onkel Benjamin' und noch einer anderen Angelegenheit, die im Werden ist, Beiträge eingehen, werde ich Sie schon früher befriedigen, respektive Abschlagszahlungen machen, da mir selber daran liegt, unsere finanziellen Beziehungen zu bereinigen. Im übrigen werd ich nach dem bereits bis über die Hälft vorgeschrittenen Druck der Gedichte an die Vollendung der Ästhetik gehen, und da die Frist der Honorarzahlung nicht vom Druck, sondern von der Ablieferung abhängt, so können Sie ja dem baldigen Ende Ihrer Gläubigerschaft getrost entgegensehen.

Mit besten Grüßen
            Ihr L. Pfau


Quelle: Deutsches Literaturarchiv Marbach a. N.
Best.: A: Pfau - Nr. 27.662 -
Transkription: © 1983 Dr. Reinald Ullmann


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