Ludwig Pfau (1821-1894) · Briefedition


Datum: 19. 3. 1889
Adressat: Anna Spier


Stuttgart den 19. März 1889

Liebe Anna!

Da kommen die Gedichte! Sei so gut und besorge die beiden Exemplare, ich habe der Frau Hörfel versprochen, eines für sie an ihre Schwester zu schicken.

Nach Wiesbaden werde ich wohl dieses  F r ü h j a h r  gehen, selbst wenn ich mit meinem letzten Band über das Kunstgewerbe nicht fertig bin. Die Besorgung der Gedichtausgabe, mit allem, was drum und drann hängt, hat mich fast ganz in Anspruch genommen. Ich kümmerte mich um die ganze typographische Ausstattung, um die Eintheilung der Strophen bis auf die letzte Zeile, und das Titelblatt habe ich sozusagen selber gesetzt. Die Verzierungen für den Titel ließ ich nach meiner Angabe zeichnen ect., und ich denke, daß Du mit der Ausstattung zufrieden bist.

Genaues über meinen 'Gang' nach Wiesbaden kann ich Dir nicht berichten, denn ich muß vorher noch nach München zu dem Bildhauer, welcher den Entwurf zum Mayer-Denkmal zu machen hat, und der Zeitpunkt dieses Abstechers hängt natürlich von der grösseren oder minderen Raschheit ab, mit welcher der Künstler zu Werke geht.

Nach Paris zu gehen, habe ich nicht im Sinn ( ... ) Das alles macht, daß ich nicht mehr so schnell arbeiten kann und daß auch der materielle Gewinn einer solchen Reise und Berichterstattung in keinem Verhältniß zu den Kosten und Mühen steht. Bei meinem Münchener Bericht habe ich noch Geld darauf legen müssen.

( ... ) Und dazu noch die Anstrengungen auf einer Weltausstellung, die machen einen jungen und gesunden müde. - "Es wäre zu schön gewesen, es hat nicht sollen sein."

Herzliche Grüße von
                Deinem L. P...


Quelle: Deutsches Literaturarchiv Marbach a. N.
Best.: A: Pfau - o.Nr. -
Transkription: © 1983 Dr. Reinald Ullmann


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