Ludwig Pfau (1821-1894) · Briefedition


Datum: 12. 10. 1887
Adressat: Anna Spier


Stuttgart den 12 . Okt. 1887

Liebe Anna!

Die kleinen Bücher, die ich Dir und Gretl schicken wollte, habe ich erst heute bekommen. Les voila. Es sind Gedichte von A. Dilk, die ich aus seinem Nachlaß ausgesucht und etwas hergerichtet habe, da er das wegen seines plötzlichen Todes nicht mehr besorgen konnte. Sie sind gar nicht übel und, was die Hauptsache /ist/ , nicht über den landläufigen ((Leisten)) geschlagen, sondern zeigen ein (( ... ))

( ... )

Was mich betrifft, so konnte ich mir meine Revisionsbogen nicht so schnell vom Halse schaffen als ich gehofft hatte. Vollständig gesetzt sind zwar die zwei Bände, aber die Hälfte des
letzten ist noch zu revidiren. Die Druckerei wirft mir das einemal 12 Bogen auf einmal hin, und dann fällt sie wieder in ein zögerndes Tempo. Ich bin auch selber etwas schuld daran, denn ich korrigir immer wieder; ich glaub, wenn sie mir 25 Revisionsbogen schicken würden, würd ich jedesmal noch etwas zu verbessern haben. Ich kann mir nie genug thun; und wenn ein Buch gedruckt ist, möcht ich es erst wieder von vorne anfangen.

Was meine Augen betrifft, so gehts so langsam bergab. ich habe aber die Hoffnung nicht aufgegeben, daß ich mich mit dem einen die paar Jahre vollends durchschleiche. Lange wird
der Trödel ja doch nimmer dauern.

( . . . )

Mit der verdammten Drucklegung bin ich das ganze Jahr nicht vom Fleck gekommen; aber ich mag doch nicht fort, bis sie fertig ist. Du siehst, ich habe auch für meine Kinder zu
sorgen.

Grüße mir die Deinen, und Dich herzlich grüßt
                                                      Dein L. P…


Quelle: Deutsches Literaturarchiv Marbach a. N.
Best.: A: Pfau - o.Nr. -
Transkription: © 1983 Dr. Reinald Ullmann


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