Ludwig Pfau (1821-1894) · Briefedition


Datum: 27. 4. 1887
Adressat: Anna Spier


Stuttgart den 27. Apr. 87

Liebe Anna!

Statt um einen Tag früher, bekommst Du Deinen Brief um einen Tag später, und auch heute kostet es mich einen Aufwand von Willenskraft, mich aus dem Sumpf all des Getreibs herauszureißen. ( ... )

( ... ) Am Dienstag aber, also am Geburtstage, war Uhlandfest. Dazu hatten sie mir eine Broschüre über den Verlauf unserer Rathausversammlung aufgeladen, die so schnell als möglich
erscheinen soll, so daß ich schon mehrere Tage bis Mitternacht arbeitete, um auch aus dem trivialsten Philistergeschwätz schöne Reden zu drechseln. Die Kerle werden recht verwundert sein, welch schöne Reden sie gehalten haben.

Im übrigen verlief unsere Versammlung glänzend. Die Resolution für den Marktplatzbau wurde  e i n s t i m m i g  angenommen. Ein einziger (( ... )) enthielt sich der Abstimmung.

( ... ) Ich lasse Deine Maria schön grüßen, aber einen deutschen in französische Verse übersetzen kann ich nicht. So weit ich es seiner Zeit in der französischen Prosa brachte,
so wenig ist es mir je gelungen, französische Verse zu machen.

( . . . )

Ich wünsche Dir inzwischen sonnige Zeit in dem Haus der Trauer.

Herzlich
            Dein L. P…


Quelle: Deutsches Literaturarchiv Marbach a. N.
Best.: A: Pfau - o.Nr. -
Transkription: © 1983 Dr. Reinald Ullmann


Erläuterungen:


© 2013 by Günther Emig. Alle Rechte dieser Edition vorbehalten! Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.