Ludwig Pfau (1821-1894) · Briefedition


Datum: 8. 8. 1887
Adressat: Anna Spier


St uttgart den 8. Aug. 87

Liebe Anna!

Umgehend will ich Dir nur ein paar Worte schreiben, denn wenn ichs nicht gleich thue, komme ich nicht dazu. Die Korrektur- und Revisionsbogen liegen haufenweise um mich herum. Der zweite Band ist beinahe fertig, und an der 'französischen Malerei' des ersten leime ich noch immer; da er aber jetzt gleichfalls unter die Presse soll und meine Zeit in den letzten Tagen ganz von der Durchsicht des ersten in Anspruch genommen wurde, bin ich in einem Zustand der Hatze. Und dabei die Hitze! Jetzt kommt die Rache dafür, daß ich an dem Zeug so lang herumdrückte. Aber ich kann nichts hergeben, so lang ich weiß, daß es noch besser sein sollte Der Mensch wird auf dieser elenden Welt für seine Tugenden weit mehr gestraft wie für seine Laster . - (…) Übrigens ist mir die Arbeit jetzt wieder eine Befriedigung.

( . . . )

Also auf Wiedersehen in dieser oder in der andern Welt …

Herzliche Grüße von
                     Deinem L. P.


Quelle: Deutsches Literaturarchiv Marbach a. N.
Best.: A: Pfau - o.Nr. -
Transkription: © 1983 Dr. Reinald Ullmann


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