Ludwig Pfau (1821-1894) · Briefedition


Datum: Sept. 1859
Adressat: Ferdinand Hiller


Paris Sonntag

Mein lieber Hiller!

Es soll hier, wie überall, eine Schillerfeier veranstaltet werden, zu der ich beifolgendes Festlied dichten mußte, das von den hiesigen Liedertafeln beim Feste vorgetragen werden soll. Da ich weiß, daß Sie der Immerfertige sind, so erlaube ich mir, Ihnen dasselbe zu schicken mit der Bitte, es zu diesem Zwecke in Musik zu setzen; versteht sich nur eine Strophe und für vier Stimmen. Es sollte nicht allzu schwer werden, nicht schwerer als Kreutzers Kapelle oder Mendelsons: "Wer hat dich du schöner Wald", damit es die verschiedenen Vereine noch gehörig einstudiren können.

Was hören Sie von Hartmann, ich weiß gar nicht, wo er gegenwärtig steckt. Er sagte oder schrieb mir dieses Frühjahr, Sie hätten einige meiner Gedichte sehr schön in Musik gesetzt, was mich recht freut. Falls Sie etwas von mir vierstimmig componirt haben, könnten Sie mir es wohl gelegentlich zukommen lassen. Sonst gibt es hier nichts Neues. Ricard ist auf einer Reise durch Italien. Lassen Sie uns nicht zu lange warten, da die Zeit drängt. Nehmen Sie im Voraus unseren Dank; empfehlen Sie mich Ihrer Frau, und lassen Sie sich herzlich grüßen

von Ihrem
L. Pfau

Adresse:
47 Rue Descartes.


Stadtarchiv Köln
Sign.: Nachlaß Hiller, Best. 1051, Bd. 28, S. 591-593
Transkription: © 1983 Dr. Reinald Ullmann


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