Ludwig Pfau (1821-1894) · Briefedition


Datum: 1. 4. 1891
Adressat: Anna Spier


Stuttgart 1. April 1891

Liebe Anna!

Das abscheuliche Wetter hat mir die letzten Wochen wieder etwas sauer gemacht; ( ... )

( ... ) E hatte im Sinn, noch einmal hieherzukommen, um die Ausstellung zu sehen, die noch bis Ende April geöffnet bleibt. Dieselbe ist ein angenehmes Schauwerk, da sie, wenn auch nicht gerade besonders Hervorragendes, doch auch wenig Schlechtes, vielmehr eine Reihe sehenswerther Bilder aufzuweisen hat, und gerade der Umstand, daß man sich nicht durch einen Haufen Schund durcharbeiten muß, sondern bei der mäßigen Anzahl von 400 Gegenständen (wenig Skulptur) von einem guten oder wenigstens absonderlichen Bilde zum anderen wandern kann, bietet einen ruhigen Genuß.

Meine Schwester wird noch bis Mitte April in der Berner Behausung bleiben ( ... ) Vor allem hat sie Ruhe nötig; denn die jahrelange Tag und Nacht fortwährende Verpflegung des alten Mannes hat ihre Nerven so angegriffen, daß sie vor Nervenschmerzen zuletzt gar nicht mehr schlafen konnte. Sie macht gegenwärtig eine elektrische Kur durch, welche ihr sehr gut thut.

Durch den Abgeordneten Blos erfuhr ich, daß kürzlich Ernst Wickert im Verein der Berliner Presse einen Vortrag über meine Schriften gehalten habe. Falls in irgendwo eine  Berichterstattung darüber existirt, könntest Du mir sie schicken. Du hast ohne Zweifel in Berlin manches Interessante erlebt und viel Schönes gesehen. Grüße Deine Freundin als unbekannt von mir und sei herzlich gegrüßt von
   Deinem
     L. P...

 


Quelle: Deutsches Literaturarchiv Marbach a. N.
Best.: A: Pfau - o.Nr. -
Transkription: © 1983 Dr. Reinald Ullmann


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