Ludwig Pfau (1821-1894)

Erbsünde.

Freigeist nennst du mich, Freund? – Du weißt nicht, wie vieles ich glaube,
Die Erbsünde sogar ist mir historisch gewiß;
Weitergezeugt von Geschlecht zu Geschlecht, das schlimmste der Übel,
Drückt sie darnieder den Sohn, wie sie den Vater erdrückt;
Hilft kein Gebet und hilft kein Gebuß, denn die Ursünde Dummheit
Ist fatal wie der Tod: wächst doch für beide kein Kraut.


Ludwig Pfau: Gedichte. 4., durchgesehene und vermehrte Auflage. Stuttgart: Bonz 1889. S. 373 .
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