Ludwig Pfau (1821-1894)

Der Gärtner als Dichter.

Des Gärtners Kunst, sie werd' ich immer hegen,
In jedem meiner Lieder wird sie laut;
Statt flücht'ger Blüten nur, im Topf gebaut,
pflanz' ich der Dichtung Flor an euren Wegen.

Und statt den Strauß zu pflücken einer Braut,
Bind' ich zu Strophen meinen Blumensegen,
Mit holder Tröstung eures Wehs zu pflegen –
Für dieses trug mein Garten doch kein Kraut.

Laßt mich und nehmet freundlich meine Gaben!
Der Spaten ging mir in der Hand zu Stücken,
So will. ich fortan grübeln statt zu graben.

Wollt ihr mein Haupt mit keinem Kranze drücken,
Werd' ich im Garten so viel Blumen haben,
Als ihr bedürft, den Hügel mir zu schmücken.


Ludwig Pfau: Gedichte. 4., durchgesehene und vermehrte Auflage. Stuttgart: Bonz 1889. S. 256.
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