Ludwig Pfau (1821-1894)

Der Kranz.

Es wollt' ein Mägdlein gehn zum Tanz,
Da ging sie erst zum Walde,
Zu pflücken einen Rosenkranz;
Eine Rose fand sie balde.

»Ach! Rose lieb in deinem Glanz,
wie muß ich dich bedauern!
Deine Blümlein pflück' ich mir zum Kranz,
Das siehst du wohl mit Trauern.«

»Und nimmst du mir die Blümlein ganz,
So blüh' ich immer wieder;
Verliert ein Mägdlein ihren Kranz,
Den find't sie nimmer wieder.«


Ludwig Pfau: Gedichte. 4., durchgesehene und vermehrte Auflage. Stuttgart: Bonz 1889. S. 212.
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